Archiv für das Monat: August, 2026

Terra Raetica Trails Tour Festival 2026 – 5 Etappen in Österreich, der Schweiz und Italien, gemeistert von Frank Breuer

Das Terra Raetica Trails Tour Festival 2026 fand vom 30. Juni bis 4. Juli 2026 statt und bot in seiner vierten Auflage ein spektakuläres mehrtägiges Trailrunning-Event im Dreiländereck von Österreich, Italien und der Schweiz. Nach dem Vorbild einer „Tour de France“ für Trailrunner absolvierten die Teilnehmer fünf abwechslungsreiche Etappen in verschiedenen Erlebnisräumen. Die täglichen Rundkurse erstreckten sich über knackige 15 bis 27 Kilometer Länge und forderten den Läufern jeweils ca.1.100 bis 1.700 Höhenmeter ab. Neben dem harten sportlichen Charakter punktete das Event mit einem familiären Festivalcharakter und grandiosen alpinen Panoramen. Meine gewählte Basis für die Woche war Pfunds im Tiroler Oberland, von meiner angemieteten Ferienwohnung aus waren die täglichen Starts in maximal 30 Minuten Fahrtzeit gut zu erreichen. Nach einer sechsmonatigen, intensiven Vorbereitungsphase stand ich nun am Start meiner wahrscheinlich bisher größten sportlichen Herausforderung, die anspruchsvollen Pfade der Terra Raetica nacheinander zu bezwingen.

Zum Auftakt der Tour  ging es direkt ordentlich zur Sache. Wegen der Warnung aufziehender Gewitter im Tagesverlauf wurde der Start um eine Stunde auf 08:30 Uhr vorgezogen. Nach dem Loslaufen im Kaunertal wartete eine anspruchsvolle Runde über 16,9 Kilometer und knackige 1.081 Höhenmeter. Das Wetter spielte zum Glück perfekt mit, vom Start an herrschten angenehme 17 Grad, und als im Verlauf des Tages immer mehr die Sonne rauskam, wurde es auf den freien Abschnitten richtig warm. Ein langer, steiler Anstieg zu Beginn jagte den Puls sofort hoch, oben angekommen wurde es auf dem Thomas-Penz-Höhenweg technisch. Auf den wurzeligen, schmalen Pfaden war vollste Konzentration gefragt, besonders, weil ich mich am ersten Tag dazu entschieden hatte, ohne Stöcke zu laufen. Belohnt wurden die Mühen durchgehend mit wunderschönen Aussichten auf die Kaunertaler Dreitausender. Der anschließende, sehr fordernde Downhill war extrem giftig für die Muskulatur, was ich definitiv noch die kommenden Tage in den Oberschenkeln merken sollte. Am Ende stand nach einem harten Kampf eine saubere erste Finish-Zeit von 3:06:53 Stunden auf der Uhr.

Bei der nächsten Etappe konnte ich zu Fuß an den Start gehen. Der zweite Tag brachte erneut wetterbedingte Anpassungen mit sich. Dafür den Vormittag schon starke Gewitter mit Dauerregen angekündigt waren, musste die Strecke diesmal sogar entschärft und verkürzt werden. Um den Unwettern bestmöglich zu entkommen, blieb es auch heute bei der vorverlegten Startzeit um 08:30 Uhr. Mir ging es vor dem Loslaufen nicht besonders gut, ich war sehr müde und meine Oberschenkel brannten noch heftig vom harten Downhill des Vortrags. Also heute lieber mit Stöcken, man lernt ja nie aus, die Alpen sind halt nicht das Siebengebirge 😉. Die modifizierte Route über 21,2 Kilometer und 1.131 Höhenmeter führte uns zwar immer noch auf den Frudiger, allerdings war der eigentliche Trail-Anteil nur kurz. Die Strecke verlief stattdessen meist auf breiteren Forstwegen. Genau am höchsten Punkt ging es dann auch los, das Gewitter zog auf, es krachte, blitze und der Himmel öffnete seine Schleusen. Für alle die Gelegenheit Ihre Regenjacken auszupacken und schnell den Rückweg anzutreten, denn der Regen wurde mit jedem Kilometer Richtung Ziel immer stärker. Dank der guten Organisation im Vorfeld ist aber alles sicher abgelaufen und ich konnte die Etappe nach 2:58:43 Stunden beenden.

Am dritten Tag ging es über die Grenze in die Schweiz und dieser Lauf sollte sich zu einem absoluten Highlight der gesamten Tour entwickeln. Auf dem Programm stand eine 14,6 Kilometer lange Runde mit anspruchsvollen 1.253 Höhenmetern. Dass die Strecke am Vortag wetterbedingt entschärft wurde, kam mir heute zugute, die Beine hatten sich etwas erholt und ich war körperlich wieder deutlich besser drauf. Bei traumhaftem Wetter mit strahlend blauem Himmel und angenehmen Temperaturen im Tal ging es los. Das Streckenprofil war diesmal richtig intensiv und forderte uns mit zwei harten Aufstiegen und zwei langen Downhills.
Der erste lange Anstieg führte hinauf zum Stammer Joch (2.659 m ü.d.M.), dort oben am höchsten Punkt der Etappe war es im Vergleich zum Tal spürbar kühler, was beim Laufen aber sehr angenehm war. Nach dem ersten Downhillhinab zum Rossboden folgte direkt der zweite kräftezehrende Anstieg hinauf in Richtung des mächtigen Muttlers (dem höchsten Berg der Samnaun-Gruppe). Die Schönheit der Schweizer Natur, gepaart mit dem überragenden Berg Panorama, hat mich auf dieser Etappe total begeistert. Nach einem herrlichen Traillauf blieb die Uhr für mich bei 3:07:38 Stunden stehen.

Am Freitag wartete die vermeintlich härteste und längste Prüfung der Tour auf mich, 26,3 Kilometer mit fordernden 1.651 Höhenmetern. Der Tag startete mit einer tollen Aktion im Ort, die Schul- und Kita-Kinder säumten den Startbereich bei der Touristen Info mit Pfeifen und Fahnen und sorgten dort für ordentlich Stimmung. Es war generell schön zu sehen, wie die einzelnen Gemeinden hinter dem Event stehen. Das Wetter blieb den ganzen Tag stabil mit einem Mix aus Sonne und Wolken, seltener gab es weiter oben auch leichten Nieselregen. Die meisten Höhenmeter mussten direkt beim ersten Anstieg am Anfang bewältigt werden, worauf ein kurzer Downhill folgte. Danach ging es auf einen langen, gut laufbaren Trail-Mittelteil an der Waldgrenze entlang. Absolut begeistert haben mich hier die wunderschönen alpinen Blumenwiesen. Dieser geschützte Höhenweg ist bekannt für seine botanische Vielfalt, bei der man sogar wildes Edelweiß direkt am Wegesrand entdecken kann. Nach dem finalen Downhill zurück ins Ziel überquerte ich die Ziellinie nach 4:34:20 Stunden.

Am Samstag folgte das große Finale in Südtirol und das wurde für mich zum absoluten Hammer der gesamten Tour. Die nackten Zahlen lasen sich mit 17,75 Kilometern und heftigen 1.754 Höhenmetern schon heftig und so sollte es auch werden. Mit schweren Beinen der letzten vier Tage ging es an den Reschensee. Das Wetter präsentierte sich mit jeder Menge Sonnenschein von seiner besten Seite. Gestartet wurde an der Talstation der Schönebenbahn. Nachdem ersten ordentlichen Anstieg zum späteren Ziel, ging es auf den traumhaften Panoramaweg zur Haideralm, der eine wunderschöne Aussicht mit freiem Blick auf den Reschensee und die mächtige Ortlergruppe bot. Doch die Idylle täuschte, denn ab der Haideralm folgte der heftigste Anstieg der gesamten Tour. Ein extrem steiler Uphill hinauf auf die Elferspitze (2.926 m ü.d.M.), der im oberen Bereich sogar echte Kletteranteile bereithielt. Hier hieß es, die allerletzten Reserven zu mobilisieren, bevor die Route über den Zwölferkopf hinab zum Ziel an der Bergstation Schöneben führte. Nach einem harten Kampf überquerte ich die finale Ziellinie nach 3:55:17 Stunden. Nach einer wohlverdienten Stärkung auf der Hütte ging es schließlich mit der Seilbahn ganz entspannt zurück zum Parkplatz hinunter.

Fünf Tage, drei Länder, 97km und 6885 Höhenmeter, bei einer Gesamtlaufzeit von 17:42:52 in den Beinen, hießen am Ende einen 75. Platz von insgesamt 370 Startern in der Gesamtwertung. Das Terra Raetica Trails Tour Festival 2026 war eine harte, aber lohnende Herausforderung. Die intensive Vorbereitung hat sich definitiv ausgezahlt, um diese anspruchsvollen Etappen durchzustehen. Das gesamte Event war von vorne bis hinten top organisiert. Die Trails und die Landschaften waren jede Schweißperle wert. Eine absolut geniale Veranstaltung, die ich so schnell nicht vergessen werde!

6. Bärenkopplauf: M.U.T. war wieder dabei!

Ein fester Termin im „Laufkalender“ von M.U.T. ist der Bärenkopplauf im Rhein-Westerwald. Der Berg-/Traillauf findet immer am ersten Freitag im August auf dem Wanderweg „WällerTour Bärenkopp“ statt und führt über 11 km mit +360/-260 Höhenmetern durch die wunderschöne Landschaft. Es ist ein sehr anspruchsvoller – wenn auch „kurzer“ Trail.

Viele Helfer des VFL Waldbreitbach und Anwohner feuerten 276 Läufer, teils mit den Kuhglocken, die auch als Preise verliehen wurden, an.
In der Hoffnung auf angenehme Temperaturen starteten Jürgen Titze, Iris Jaschky-Sterzenbach, Alexandra Tiede, Christiana Lange und Katharina Axmacher, eine langjährige Freundin in zeitversetzten Blocks. Begleitet wurden die M.U.T.ler von Udo Lütkeduhme, der die Läufer im Ziel mit Erfrischungsgetränken versorgte.

 

Ergebnisse:
Jürgen, 5. Platz, AK M60, 1:09:23 h
Christiana, 1 Platz, AK W65, 1:21:47 h
Iris, 3. Platz AK W65, 1:23:50 h
Alexandra, 6. Platz, AK W55, 1:27:19 h
Katharina Axmacher, 11. Platz, AK Seniorinnen, 1:27:47

Wir gratulieren!